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Sprechtext ist nicht gleich Sprechtext.

29 Jul 2015, Posted by m-voices in Allgemein, News/Blog

Was macht einen guten Sprechtext aus?

Hier einige entscheidende Tipps und Tricks.

Als Sprecheragentur und Tonstudio finden wir die passende Stimme für jedes Projekt. Aber auch der brillianteste Sprecher kann nur dann überzeugen, wenn er einen guten Text vorliegen hat. Einen verständlichen Text zu schreiben, der verkauft, der komplexe Themen schnell auf den Punkt bringt und möglichst einfach erklärt, ist daher eine essentielle Voraussetzung um eine perfekte Sprachaufnahme zu realisieren.

Da aber nicht jeder Kunde bereits Erfahrung mit Sprechtexten hat, kommt es immer wieder vor, dass der Sprecher und das Produktions-Team im Studio erst noch den Text bearbeiten müssen.

Wir haben die wichtigsten Punkte auf die man achten sollte kurz zusammengefasst:

Der Text muss sich nicht gut lesen, sondern gut hören lassen!

Wer dies berücksichtigt, hat schon viel richtig gemacht, denn die Schriftsprache unterscheidet sich stark von der Hörsprache. Die Empfängersituation ist eine andere und dem muss Rechnung getragen werden. Informationen akustisch aufzunehmen und zu verarbeiten ist deutlich schwieriger als über den optischen Kanal. Daher gilt:

Auf die Satzlänge achten!

 Die Sätze sollten kurz und einfach sein, sonst kann der Zuhörer nicht folgen und schaltet ab. Die Journalistenregel von maximal 13 Wörtern pro Satz gilt hier nicht. Es sollten eher 6-8 Wörter sein. Auch komplexe Informationen müssen in verständlichen, kleinen Einheiten vermittelt werden. Im Text kurze und noch kürzere Sätze im Wechsel einsetzen.

Lieber einfach als kompliziert!

 Die Kunst des Textens ist es komplexe Sachverhalte einfach zu machen. Fachleute tendieren dazu ins Detail zu gehen oder sogar Wissen vorauszusetzen. Ein guter Sprechtext schafft es hingegen auch Komplexes einfach und mit wenigen Wörtern zu erklären. Zu nicht mehr als einer Information pro Satz raten hier die Profis.

Anglizismen und Fachbegriffe möglichst vermeiden!

Einfach heißt bei einem Sprechtext auch, dass man Anglizimen und Fachbegriffe auf ein Minimum beschränkt oder sogar ganz vermeidet. Denn auch hier kann es passieren, dass der Zuhörer sonst über ein Wort nachdenken muss und darüber dem weiteren Text nicht mehr folgen kann.

Aktive Formulierungen einsetzen!

 Aktiv statt Passiv – ein guter Text verzichtet auf Passiv-Satzkonstruktionen, nicht nur weil Sätze im aktiv einfacher sind, sondern der Zuhörer sich durch aktive Formulierungen auch viel eher angesprochen fühlt.

Übersetzung von Texten – aber bitte vom Profi!

 Wenn ein Text in eine oder mehrere Sprachen übersetzt werden soll, dann bitte nicht am Profi sparen. Ein Muttersprachler, der auf Übersetzungen spezialisiert ist, sollte den Text bearbeiten, denn dann kann man sicher sein, dass auch länderspezifische, sprachliche Unterschiede berücksichtigt werden. Und das gilt auch, wenn der Text kurz ist.

Formatierung des Sprechtextes sinnvoll gestalten!

 Zuletzt spielt auch die Formatierung des Textes eine wichtige Rolle. Absätze strukturieren den Text für den Sprecher und können auch Pausen kennzeichnen. Ein Seitenwechsel sollte nicht mitten im Satz stattfinden, sondern erst nach einem Absatz. Eine Schriftgrösse von 14pt bei einem zweizeiligen Abstand macht den Text gut lesbar und lässt im Manuskript ausreichend Platz für Notizen zu Sinnabschnitten, Betonung, Aussprache.

Länge des Textes beachten!

Da Sprachaufnahmen so individuell wie Kunde, Information, Intension, Zielgruppe und Medium sind, lässt sich zur endgültigen Länge eines guten Sprech-Textes keine Empfehlung aussprechen. Werbung, Kommentar, Erklärfilm, E-Learning, die Einsatzgebiete unserer Sprecher bei Sprachaufnahmen sind vielfältig und so sind dann auch die Texte. Um die Sprechzeit eines geschriebenen Textes zu ermittlen, gibt es aber eine Faustformel: 900 Zeichen (inklusive Leerzeichen) spricht der Sprecher in etwa einer Minute. Daran kann man sich orientieren, um die Länge eines Textes zu bestimmen, was u.a. auch für die Kalkulation eines Projektes wichtig sein kann.